Rezension | 'Das Mädchen aus Brooklyn' von Guillaume Musso


Raphaël ist überglücklich, in wenigen Wochen wird er seine große Liebe Anna heiraten. Aber wieso weigert sie sich beharrlich, ihm von ihrer Vergangenheit zu erzählen? Während eines romantischen Wochenendes an der Côte d’Azur bringt Raphaël sie dazu, ihr Schweigen zu brechen. Was Anna dann offenbart, übersteigt alle seine Befürchtungen. Sie zeigt ihm das Foto dreier Leichen und gesteht: »Das habe ich getan.« Raphaël ist schockiert. Wer ist die Frau, in die er sich verliebt hat? Doch ehe Anna sich ihm erklären kann, verschwindet sie spurlos. Raphaël bittet seinen Freund Marc, einen ehemaligen Polizisten, um Hilfe. Gemeinsam setzen sie alles daran, seine Verlobte wiederzufinden – der Beginn einer dramatischen, atemlosen Suche nach der Wahrheit, die sie bis in die dunklen Straßen von Harlem und Brooklyn führt.

Die Suche nach der Wahrheit

Ich bin kein typischer Musso-Leser, der alle neuen Bücher mit Spannung erwartet. Ich habe allerdings auch schon mehrere von ihm gelesen, die mir mal ziemlich gut oder weniger gefallen haben. Die Kombination aus Krimi und Liebe macht es so besonders und gefällt mir persönlich gut. Sein neues Buch habe ich mit Spannung erwartet, war aber leider nicht das, worauf ich gehofft habe.

Raphael kann sein Glück kaum fassen, steht er doch kurz vor der Hochzeit mit seiner Traumfrau Anna. Als er sie dazu drängt, mehr aus ihrer Vergangenheit zu erzählen kommt es zum Streit und Raphael sucht aufgrund der Enthüllungen erst einmal Abstand. Als er in die Wohnung zurückkehrt, ist Anna verschwunden. Gemeinsam mit einem befreundeten pensionierten Polizisten macht er sich auf die Suche und entdeckt Stück für Stück mehr schockierende Tatsachen aus Annas Vergangenheit.

Der Einstieg in die Geschichte hat mich überzeugt. Musso fackelt nicht lange und kommt schnell zur Sache. Das Bild gleich nach wenigen Seiten ins Spiel zu bringen ist ein kluger Schachzug, da ich als Leser sofort gebannt in der Geschichte war und wissen wollte, wie es weitergeht. Seine Erzählungen haben mich überzeugt und der Schauplatz der Handlung war stimmig erzählt. Umso tiefer man jedoch in die Geschichte eintaucht, umso verworrener wird sie.

Einige grundsätzliche Tatsachen, auf die ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen kann, haben für mich sehr stimmig gewirkt. Statt es aber dabei zu belassen, hat der Autor den Eindruck erweckt, immer noch eines draufzusetzen. Er verrennt sich damit ein  bisschen und schafft es, dass ich am Ende nicht mehr voller Spannung vor der Geschichte sitze, sondern eher ein bisschen genervt ob der neuen Wendungen bin, die eigentlich nicht mehr hätten sein müssen. Ob die Präsidentschaftswahl der USA dann unbedingt noch unterkommen musste, sei dahingestellt. Am Ende war es aber auch egal.

Sprache und Schreibstil haben mich überzeugt, als Leser wird es einem leicht gemacht hier am Ball zu bleiben. Die überladene Geschichte mit einer Mischung unterschiedlichster Probleme hat mich jedoch weniger überzeugt. Hier hat Musso einfach eine Spur zu dick aufgetragen und zu viel auf einmal gewollt. Am Ball blieb ich, weil ich wissen wollte, wie es denn nun endet. Leider hat er auch hier kein besonders glückliches Händchen bewiesen. Der Autor kann das eindeutig besser, was er ja bereits in zahlreichen Büchern bewiesen hat.

Fazit

Für Musso-Fans ist dieses Buch sicherlich ein Muss. Liest man zum ersten Mal etwas von diesem Autor, sollte man besser mit einem anderen Buch beginnen. Schreibstil und Einstieg haben mich überzeugt, aber nach dem ersten Drittel hat der Autor sein Potenzial leider verspielt. Er wollte zu viel auf einmal und das ging leider nicht gut. Leider nur durchschnittlich.

3/5 Punkten

Das Mädchen aus Brooklyn von Guillaume Musso - aus dem Französischen von Eliane Hagedorn und Bettina Runge - Pendo - 496 Seiten - ISBN 978-3-86612-421-9 - Paperback - 16,99 Euro - bei Amazon kaufen*

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